Frage zu sinnvoller Backup-Strategie für Kleinunternehmen

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mama-YT

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Ich bin recht neu im NAS-Bereich (beabsichtige privat ebenfalls eins anzuschaffen) und soll für unsere Firma (10-20 MA) eine Lösung entwickeln. Für Vorschlage/Anregungen/Kritikpunkte wäre ich also sehr denkbar :-).

Ausgangssituation
Wir verwenden bisher einen langsamen alten Mac-Server, benötigen aber nur eigentlich nur einen Dateiserver. Daher ist die Idee, zu einem NAS zu wechseln. Der NAS-Berater auf der Synology Website empfiehlt DS415play, DS414 oder RS814.

Aktuell ist der Speicherbedarf bei ca. 3 TB. Der wird natürlich mittelfristig moderat ansteigen.
Die Idee ist ein RAID (welches muss noch eruiert werden) mit 6 TB verfügbarem Speicherplatz aufzusetzen. Evtl. auch mehr, könnte dann aber problematisch mit dem Backup (s. u.) werden.

Backup-Anforderungen
  • Nächtliches Backup, morgens sollte eine Platte zur externen Lagerung entnommen werden können.
  • Möglichkeit Datei vom Vortag, der Vorwoche, des Vormonats, des Vorjahres wiederherzustellen.
Backup-Idee
Grundsätzlich fallen mir 2 Szenarien ein:
  • Die externe Lagerung spricht für mich für eine Anbindung mittels eSATA oder USB3.0, da die internen SATA Anschlüsse wohl nicht für täglichen Austausch gedacht sind.
  • Szenario 1: Verwendung mehrerer Platten und Sicherung nach dem Großvater-Vater-Sohn-Prinzip. Schwerer Nachteil: Erfordert 20 Platten.
  • Szenario 2: Verwendung des Time Backup. Vorteil ist hier, da nur Änderungen gespeichert werden, dass eine 6TB Backup-Platte zur Wiederherstellung verschiedener Zustände genommen werden kann. Meine Frage hier: Kann mit Time Backup auf die Zeitpunkte -1 Tag, -1 Woche, -1 Monat, -1 Jahr zugegriffen werden? Die Infos auf der Website scheinen nur den Zeitraum stündlich (kein Bedarf) bis monatlich zu beschreiben. Auch soll das Backup nicht laufend erstellt werden (was bei stündlichen Schritten ja notwendig wäre) sondern einfach 1x nachts.
  • Kombinationsszenario: Denkbar wäre natürlich eine Kombination der beiden Szenarien: Raid #1 im NAS via regulärem Time Backup auf Raid #2 im NAS sichern und letzteres wird nächtlich auf eine externe Festplatte dupliziert. Vorteil: Man bräuchte nur 2 Platten (1 extern gelagert, 1 zur Sicherung) die täglich getauscht werden. Das macht natürlich nur Sinn, wenn Time Backup auch die die Wiederherstellung von Daten von vor 1 Jahr erfüllt.

Daher ergeben sich die Fragen
  • Kann mit Time Backup auf die Zeitpunkte -1 Tag, -1 Woche, -1 Monat, -1 Jahr zugegriffen werden?
  • Ist das Kombinationsszenario umsetzbar und sinnvoll?
  • Gibt es für diesen Anwendungsfall bessere Strategien?
  • Oder wäre es sinnvoll mit Time Backup bis zum Zeitraum -1 Monat zu arbeiten und dann monatlich Archivbänder zu verwenden?
 
Zu 1. Ich kann aus dem Kopf nicht den maximal einstellbaren Zeitraum nennen. Aber man kann eine Sicherung (manuell) als fix festlegen, die wird dann überhaupt nicht gelöscht. Und den Lauf auf einmal nachts festzulegen, geht m.W.
Zu 2. und 3. Das Kombinationsszenario ist sicherlich umsetzbar. Ich würde aber eher überlegen, zwei verschiedene Backupszenarien für alle Daten aufzusetzen. Einmal die versionierte Time-Backup-Lösung und eine ganze normale Datensicherung auf eine externe Platte.
Zu 4. Ob man jetzt Bänder nimmt oder Festplatten archiviert, könnte man noch diskutieren. Aber der Monatsrhytmus macht für mich durchaus Sinn.

Zur Hardware: Wenn Ihr mit Serverschränken arbeitet, solltet Ihr auch eine RackStation nehmen -> RS814 oder RS814+. Für letzter spricht insbesondere, dass Du Volume größer 16TB anlegen bzw. darauf erweitern kannst. Das geht mit der RS814 nicht.
 
Vielen Dank für die rasche Rückmeldung!

Zu deiner Antwort:
Ich würde aber eher überlegen, zwei verschiedene Backupszenarien für alle Daten aufzusetzen. Einmal die versionierte Time-Backup-Lösung und eine ganze normale Datensicherung auf eine externe Platte.
Entspricht das nicht dem Kombinationsszenario? Oder wo siehst du hier den Unterschied?
 
Doch, ich habe es mir nochmal durchgelesen und stimme Dir zu, dass man es in dieser Reihenfolge durchaus machen kann. Ich meinte, dass man von den Quelledaten mit zwei verschiedenen Backupverfahren eine Sicherung zieht und nicht kaskadierend. Der Vorteil ist der, dass dann wenn ein Verfahren - aus welchen Gründen auch immer - scheitert, das andere Verfahren noch intakt sein kann. Die Kaskade sorgt dafür, dass ein Ausfall das ganze Verfahren gefährdet.
 
Also ich setzte mich seit längerem mit der gleichen Frage auseinander.
Jedoch habe ich bis jetzt keine optimale Lösung gefunden.

Mit Timebackup kann man zwar sehr gut versionierte Datensicherungen vornehmen, aber für einen Wechselbetrieb mit unterschiedlichen USB-Festplatten ist es nach meiner Erfahrung nicht zu gebrauchen.
Das heisst, wenn eine Festplatte mal länger nicht angeschlossen wird, erkennt die DS dann die alten Backups nicht und will ein neues Vollbackup erstellen, welches dann die Grösse der USB-Festplatte sprengt.

Eine mögliche Lösung wäre, mit Timebackup auf eine fix angeschlossene USB-Festplatte zu sichern und einmal wöchentlich aber dann eine zweite USB-HDD anzuschliessen, welche die normale synchronisation des NAS via Datensicherungsapp von Synology selbst macht. Was meint ihr dazu?


PS: Ich zitiere hier noch einen User, welcher herausgefunden hat, wie man die Aufbewahrungsrichtlinie von TimeBackup manuell beliebig anpassen kann -->

Hallo Zusammen,

nach einigen Überlegung und ein bisschen suchen habe ich eine Lösung gefunden.

Ich hab mich für mein Szenario bewusst gegen rsync entscheiden und bin bei der Lösung Time Backup geblieben.

Time Backup bietet derzeit nur wenige Möglichkeiten einzustellen wann gelöscht werden soll. Für mich war die Einstellung lösche alles älter als drei Monate deutlich zu lang. Mir würden je nach Anwendung 5,7 oder 14 Tage reichen.

Das lässt sich leider nicht über das Menü einstellen!

Dort finden wir nur folgende Einstellung:
Name: 1.JPG
Hits: 26
Größe: 11,6 KB

Wenn man sich direkt auf die DS verbindet kann man mit Root die Konfiguration von Hand manipulieren.
Bitte bedenkt dabei das man immer vorsichtig Vorgehen muss. Außerdem sollte ihr das nie auf einem produktiven NAS testen. Ihr könnt wertvolle Daten aus Eurer TimeBackup Sicherung verlieren!

Unter dem Verzeichnis /var/packages/TimeBackup/etc findet ihr die Konfigurationsdateien von TimeBackup.
task_x.versions <-- gespeicherte Sicherung
tasks.conf <-- Einstellungen der Sicherung
timebkp.conf <-- Einstellung der TimeBackup App

Bearbeiten müsst ihr die Datei timebkp.conf

In dieser findet Ihr einen Wert remove_interval. Dieser bestimmt wann Sicherungen gelöscht werden.

Standardwert sind:

3 Monate = 7776000 Sekunden
6 Monate = 15552000
12 Monate = 31104000

Jetzt muss man nur noch seinen individuellen Interval ausrechnen und an der entsprechenden Stelle ändern.

Beispiele:
5Tage = 432000
14Tage = 1209600

Die Datei speichern und eine neue Sicherung auslösen. Nach der neuen Sicherung sollten die obsoleten Sicherungen gelöscht sein.
In der APP wird der neue Wert dann auch angezeigt.
Name: 2.JPG
Hits: 26
Größe: 21,0 KB

Nach einem Update der App stehen wieder nur die Standardwerte zu Verfügung somit muss die Änderung nach jedem APP-Update wiederholt werden.

Vielleicht baut Synology allerdings auch einmal einen freiwählbaren Interval.
 
Eins kurz vorweg: Time Backup basiert auch auf rsync. Interessante Information, die Du zitierst. Ich hatte übrigens das Problem bisher noch nicht mit Time Backup, dass nach längerer Zeit das letzte Backup nicht erkannt wurde. Ich nutze allerdings auch immer die gleiche Platte für Time Backup.

Nun zu Deinem eigentlichen Thema: Ich verstehe Dich so, dass Du nicht die Inhalte der fest angeschlossenen externen Time Backup-Platte sichern willst, sondern dass Du zusätzlich zu dieser Time Backup Sicherung auch noch ein weiteres Backup per DSM-Datensicherung machen willst. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann kann ich diesen Ansatz nur empfehlen. Ich mache es selbst so und bin damit bisher gut gefahren.
 
Eins kurz vorweg: Time Backup basiert auch auf rsync. Interessante Information, die Du zitierst. Ich hatte übrigens das Problem bisher noch nicht mit Time Backup, dass nach längerer Zeit das letzte Backup nicht erkannt wurde. Ich nutze allerdings auch immer die gleiche Platte für Time Backup.

Nun zu Deinem eigentlichen Thema: Ich verstehe Dich so, dass Du nicht die Inhalte der fest angeschlossenen externen Time Backup-Platte sichern willst, sondern dass Du zusätzlich zu dieser Time Backup Sicherung auch noch ein weiteres Backup per DSM-Datensicherung machen willst. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann kann ich diesen Ansatz nur empfehlen. Ich mache es selbst so und bin damit bisher gut gefahren.

Ja genau so meine ich das :)

Für unsere Kunden ist es halt aber wichtig, dass immer ein Datenträger mit Backups ausser Haus sein kann (höhere Gewalt bzw. Feuer/Wasser etc.).
Ein solcher Wechselbetrieb mit 2 USB-Festplatte und Timebackup (ein Job und auch mit 2 Jobs) hat sich als unzuverlässig herausgestellt.
Ich weiss jedoch nicht wie es funktionieren würde, wenn der Kunde die Platten diszipliniert jede Woche wechseln würde...

Aber es war tatsächlich so, dass wenn der Kunde nach ca. einem Monat die Festplatten getauscht hat, er dann zwar die alten Backupversionen erkannte (Anzahl wird ja angezeigt) aber ich diese nicht öffnen konnte.
Somit wollte er dann ein neues Vollbackup erstellen, was dann aber aufgrund von zu wenig Speicherplatz fehlschlug.

So wie ich es verstanden habe, ist die DMS-Datensicherung mehr eine Synchronisation ohne dass mehrere Versionen zurückgesichert werden können?
Ausserdem gibt es ja eine Funktion, wonach man auf der DS direkt auf frühere Versionen zurückgreifen kann.

Meine Momentane Idee sieht folgendermassen aus -->

1x USB-Festplatte fix an der DS für Sicherung via Timebackup
1x USB-Festplatte für wöchentliche Synchronisation via DSM-Backup von Donnerstag auf Freitag (Restliche Zeit ist die USB HDD ausser haus).

Jetzt ist halt die geringe Chance noch da, dass genau in dieser Nacht die Hütte abfackelt...hmmm!

Also wären wir dann bei 3 USB-Festplatten, damit wir einen Wechselbetrieb für das DSM-Backup hätten.
Hier kommt jetzt aber die Frage mit der versionierung von DSM-Backup ins Spiel -->

Gibt es eine solche?
Ist ein Wechselbetrieb (wöchentlich) mit DSM-Backup zuverlässig oder habe ich da gleiche Probleme wie mit Timebackup?

Weil wenn beide Fragen mit JA beantworter werden können, dann brauche ich nur 2 USB-Festplatte für den Wechselbetrieb mit DSM-Backup und Timebackup würde wegfallen.

Danke!
 
Sehr schön. Ich glaube nicht, dass das Problem mit Time Backup an der Backupfrequenz liegt sondern an dem Plattenwechsel. Time Backup braucht meinem Verständnis nach die letzte Version. Aber das nur am Rande, die Festinstallation sollte auf jeden Fall funktionieren.

Zur DSM-Datensicherung: Sie bietet in der Variante, die auf eine externe Platte sichert, keine echte Versionierung. Man kann einstellen, dass auf der Quelle gelöschte Verzeichnisse/Dateien auf dem Backupziel nicht gelöscht werden. Das sollte man sich aber gut überlegen, da so schnell das Backup zumüllt. Ich würde eine andere Variante empfehlen, die etwas mehr Geld kostet, aber auch noch einen anderen Punkt adressiert: mehr Platten rotieren lassen. Dadurch hat man nicht nur mehr Versionen, man sichert sich vor allem auch viel besser gegen versehentliche Löschungen ab, die nicht gleich entdeckt werden. Innerhalb einer Woche wird das gern übersehen. Vier bis acht Wochen sollten auch für Urlaub reichen.
 
Um mich mal wieder einzuklinken. Meine Lösung wird nun in etwa vergleichbar mit der von g_0815 so aussehen:

Komponenten:
  • NAS1: 6 TB über RAID5, Nutzdaten
  • NAS2: 12-18 TB über RAID5, Time Backup NAS1
  • externe HDD1: 4 TB, Archiv für veraltete Projekte damit NAS1 nicht zugemüllt wird
  • externe HDD2: 6 TB, DSM Backup NAS1 (1x monatl./ Alternativ: Wöchentlich)
  • externe HDD3: 4 TB, Backup Archiv (1x monatl./ Alternativ: je Quartal)
externe HDD2+3 werden außer Haus gelagert.

Auf diese Weise ist sichergestellt:
  • Kein Datenverlust durch Löschen
  • Komfortables Time Backup für 1 Monat (ggf. angepasst) ohne Probleme mit inkonsistenten Zuständen bei wechselnden HDDs
  • Schwere Schäden (Brand, Wasser, ...) sind akzeptabel gesichert (schlimmstenfalls, falls beide räuml. getrennten NAS betroffen sind, mit 1 Monat Verlust)
Wenn man mehr Ausfallsicherheit bei schweren Schäden möchte, müsste man den Intervall der Backups mit externe HDD2 erhöhen. Ggf. kann man da auch Monats/Jahresbackups einführen (sofern Bedarf).
 
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