Niedrige Datenübertragungsrate

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Nagus47

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Hallo liebe Forengemeinde,

ich habe seit kurzem ein Problem für welches ich keine wirkliches Lösungsansätze habe. Ich bin mir sogar sehr sicher das es kein Synology-Problem ist. Dennoch hoffe ich auf die ein oder andere Anregung.

Kurz zur Ausgangslage. Ich habe eine DS1821+ welche über LAN direkt an einer Fritzbox hängt. An der selben Fritzbox hängt auch ein Desktop-PC an welchen über USB 3.0 zwei externe WD Books hängen.
Wenn ich nun Daten zwischen dem WD Book und der NAS transferiere habe ich nur eine Datenübertragungsrate zw. 30 und 50 MBit, allerdings erst seit ein paar Monaten vorher hatte ich immer über 100 MBit. Ich kann mich nicht erinnern irgendeine Veränderung an meiner Konfiguration vorgenommen zu haben.
Wenn ich Daten zwischen den beiden WD Books transferiere habe ich wieder weit über 100 MBit. Bei Backups zwischen der NAS und einem WD Book welche direkt an der Synology hängt sind es wieder 100 MBit.
Das es an der NAS liegt ist deswegen unwahrscheinlich da ich vor kurzem von der DS1815 auf die DS1821 umgestiegen bin. Durch diesen Wechsel hat sich am Problem nichts geändert.

Habt Ihr da Ideen oder Lösungsansätze?

Vielen lieben Dank
-Nagus
 
Ich bin mir sogar sehr sicher das es kein Synology-Problem ist.
Und dann fragst Du in einem Synology-Forum? ? Nah, alles gut?

Wenn ich nun Daten zwischen dem WD Book und der NAS transferiere habe ich nur eine Datenübertragungsrate zw. 30 und 50 MBit, allerdings erst seit ein paar Monaten vorher hatte ich immer über 100 MBit.
+
Bei Backups zwischen der NAS und einem WD Book welche direkt an der Synology hängt sind es wieder 100 MBit.
Das wäre 2x quasi die gleiche Konstellation (USB-HDD via Computer zu NAS). Ich frage jetzt als allererstes: Sicher, dass Du "Bit" meinst und nicht "Byte"? Wäre ein wenig untypisch für heutige Netzwerke, es sei denn, dass die Ports Deiner Fritzbox im Öko-Modus vor sich hindümpeln (und somit 10x langsamer laufen, als sie könnten). Ich gehe aber eher davon aus, dass Du die "Bytes" meinst und nicht die "Bits" :)

Zwischen einer Sicherung und einer Kopie bestehen eigentlich keine großen nennenswerten Unterschiede. Die Daten werden von A nach B geschaufelt in entsprechenden Formaten, mittels entsprechenden Protokollen. Sicherlich ist das ein oder andere Protokoll etwas performanter, aber solche drastischen Geschwindigkeitseinbußen sind da eher nicht zu erwarten.

Die Frage wäre jetzt natürlich, ob es immer die gleiche Art von Daten ist (z.B. große Filme, oder kleine Dokumente), denn das wäre so ein typisches Szenario... Du hast 10G an Daten in 2 Variationen:

1) Filmdateien, beide je 5GB, also 2 Dateien
2) Worddokumente, jedes knapp 500KB groß, macht in Summe also etwas mehr als 20.000 Dateien

Die Kommunikation beim Übertragen von Dateien kann man sich ungefähr so vorstellen:

"Ich hab hier was zum übertragen, kannste?"
"Jau, hau rüber!"
"Hier haste das erste kleine Päckchen"
"Hab ich!"
"Kannste auch mehr auf einmal?"
"Klar, hau rein!"
"Hier haste das nächste grössere Päckchen"
"Kannste auch noch mehr auf einmal?"
"Klar, hau rein!"
"Hier haste das nächste noch grössere Päckchen"
... irgendwann kommt dann auch ein...
"Uff, lass mal gut sein, noch mehr geht nicht, machen wir so weiter wie bisher!"

usw. ... das ganze dient quasi dem Geschwindigkeitsaufbau und funktioniert in einer rasenden Geschwindigkeit... (macht man z.B. so einen Speedtest im Internet, sieht man dort ganz gut, wie es langsamer anfängt und immer schneller wird, bis irgendwann das Maximum erreicht ist).

Wenn man sich das ganze jetzt einfach mal linienartig vorstellt, sieht es im Endeffekt so aus, dass man bei den großen Dateien zum Start eben diesen "Bogen" hat (die ansteigende Geschwindigkeit), danach folgt die Linie (recht weit oben) eben dem erreichbaren Maximum und am Ende fällt es wieder Steil ab ("Habe fertig, danke reicht!").

Bei kleinen Dateien ist jetzt das Problem, dass:

a) es sich i.d.R. garnicht so weit hochschaukeln kann, bis Du an das/Dein Bandbreiten-Limit kommst - sieht dann so aus:

"Ich hab hier was zum übertragen, kannste?"
"Jau, hau rüber!"
"Hier haste das erste kleine Päckchen"
"Hab ich!"
"Kannste auch mehr auf einmal?"
"Klar, hau rein!"
"Hier haste das nächste grössere Päckchen"
"Habe fertig, danke tschüss"
(... kommt also garnicht zu grösseren Päckchen, da die kleine Datei schon übertragen ist...)

b) Verursacht dieses ganze "blabla" zwischen den Teilnehmern auch einen gewissen Overhead (wenn man es ganz grob rechnet, spricht man gern von 10%)

Wir haben also eine "Anfangsphase" (viel blabla), eine "Mittelphase" (mittelmässig blabla) und eine "Abschlussphase" (wieder ein bisschen mehr blabla). Jetzt kann man sich schon vorstellen, dass sich der sogenannte Overhead (also das, was NICHT Teil der eigentlichen zu übertragenden Daten ist, eben das blabla) bei 2 großen Dateien natürlich schon extrem in Grenzen hält. Bei den vielen kleinen Dateien existiert natürlich jede Menge Overhead, da es für jede noch so winzige Datei immer das gleiche ist.

Ein gutes Beispiel dafür ist ein LKW oder ein Zug:

<Zugmaschine> <Inhalt> <End-was auch immer>

Packt man jetzt einen LKW oder einen Zug mit Waren voll, wunderbar - da flitzt direkt "einiges" durch die Gegend. Anders sieht es aus, wenn wir jetzt hingehen und diese zu transportierenden Waren auf 50 Autos aufteilen. Kannste im Prinzip 1:1 so übersetzen.

An dieser grundsätzlichen Thematik würde eben auch kein NAS-Tausch etwas ändern.

Allerdings wäre auch noch etwas anderes denkbar (da Du hier auch den "zeitlichen" Teil hervorhebst). Mitunter hat ein anderes Gerät im Netzwerk die gleiche IP-Adresse wie Dein System (bekommen), dann wäre es so, dass ständiger Paketverlust die Folge wäre und die Daten erneut gesendet werden müssten.

"Haste bekommen?"
"Ne, schick nochmal!"

Dadurch wäre natürlich ein extremer Abfall in der genutzten Bandbreite zu verzeichnen. Testen könntest Du sowas aber ganz einfach, indem Du z.B. über die Windows-Eingabeaufforderung mal einen Dauerping auf das NAS laufen lässt:

"ping -t <NAS-IP oder NAS-Name>"

Sollte es da nicht "dauerhaft" Antworten mit einer ms-Angabe geben, gehen auf der Strecke Pakete flöten. Dies kann auch durch z.B. ein defektes Kabel (oder Einstrahlungen auf ein Kabel) passieren, kurzum: Die Pakete kommen nicht so an, wie sie sollen. Selbiges kann Dir passieren, wenn z.B. einfach nur irgendwo ein Netzwerk-Stecker etwas "locker" sitzt (und somit nicht richtig = Wackelkontakt).

Also - das mit den großen/kleinen Dateien wirst Du sicherlich selbst am besten beurteilen können, alles andere: Runde gehen, Stecker drücken und ggf. mal die Kabel austauschen :)
 
@blurrrr
Dank Dir das Du trotzdem antwortest. NAS ist halt auch viel Netzwerk, deswegen hatte ich auf Ideen gehofft.

Das mit den Byte ist natürlich völlig richtig.
Es handelt sich eher um große Dateien so zw. 15 und 80 GB.

Das mit der IP würde ich eigentlich ausschließen, da ich der NAS eine feste IP gegeben habe und der Router diese dann ja nicht ein zweites Mal vergibt.

Somit werde ich mal die Verkabelung testen, verwende recht hochwertige Patchkabel (Cat 7), diese habe ich aber tatsächlich in den letzten Monaten mal getauscht. Dazu noch kurz ne Frage. Ich habe an die Fritzbox einen Netgear Switch angeschlossen. Der PC hängt am Switch, die NAS an der Box, dies sollte aber nichts ausmachen, oder?
 
Ich habe das mit der Verkabelung nun getestet und auch zwei andere Patch probiert. Gleiches Ergebnis.
 
Ich habe an die Fritzbox einen Netgear Switch angeschlossen
Am besten ist es, wenn alle Geräte an einem Switch hinter der FritzBox hängen. Wenn du das nicht machst, hat das aber definitiv nicht so einen großen Einfluss, wie du das in Beitrag #1 beschreibst.
 
OK. Dank Dir.

Jetzt wird es aber ganz Strange.

Ich habe gerade einen Speedtest gemacht und dabei eine Datei auf die NAS kopiert. Sobald der Speedtest mit den Download startet geht die Übertragungsrate beim kopieren auf 100 MByte. Sobald der Upload startet geht sie wieder auf 40 MByte zurück. Ich habe das 3x getestet immer mit dem gleichem Ergebnis.
 
Am besten ist es, wenn alle Geräte an einem Switch hinter der FritzBox hängen.
Achja, den hab ich ganz vergessen, +1 @ @plang.pl ?

@Nagus47 Ähm... das ist jetzt schon ZU verdächtig irgendwie mit den Zahlen... Ganz sicher, dass es MByte und nicht Mbit sind? 100/40 würde nämlich "exakt" einem 100Mbit-VDSL-Anschluss entsprechen samt den 40Mbit Upload ? Mal ganz doof gefragt, Du greifst schon über Samba/CIFS auf das NAS zu, oder? Also via Netzlaufwerk bzw. Windows-Datei-Explorer?
 
Ich glaube ich habe mich da unverständlich ausgedrückt.

Ich kopiere eine Datei auf die NAS. Übertragungsrate bei 40 MByte/s. Dann starte ich den Speedtest über Wieheistmeineip. Habe einen Vodafone Cable Anschluss 1000MBit/s. Sobald der Downloadtest des Speedtest startet, geht die Übertragungsrate des Dateitransfers der NAS auf 100 MByte/s.
Wenn beim Speedtest der Uploadtest startet geht die Übertragungsrate der Datei wieder auf 40 MByte/s

Ansonsten, ja, ich greife über Samba/CIFS zu.
 
Äh.... ich sag einfach mal... öhm... "geile Sache!" ? Zugegebenermaßen musste ich das jetzt 2x lesen und es hat mir eigentlich nur "WAT?!?!" entlockt... ? Wieder mal so eine "komische" Geschichte...

Aber machen wir das mal rein sachlich: Was haben alle 3 Dinge gemeinsam bzw. "welche" Stelle (in allen Variationen) kann sowas beeinflussen? Irgendwie bleibt da nur noch eine Sache übrig und das wäre der Router. Ich weiss, Du hast keinen Switch und es ist alles direkt am Router angeschlossen, da aber NAS als auch Rechner wohl eine statische IP haben, verbinde einfach mal Deinen Rechner "direkt" mit dem NAS (NAS <-> Rechner) ohne irgendwas dazwischen und testen dann nochmal. Wenn es dann vernünftig läuft, haste auch Deinen Übeltäter gefunden und sehr wahrscheinlich bringt in diesem Szenario dann auch schon ein kleiner Switch die gewünschte Abhilfe (da der Router bei internen Dateiübertragungen dann garnicht mehr involviert ist).
 
Das wars, Vielen lieben Dank.
Hab nun sowohl die NAS als auch den PC an den Switch angeschlossen. Übertragungsrate nun über 100 MByte.

Bestell mir nun einen 16 Switch und schließe dann alle meine Komponenten an den Switch und nichts mehr an den Router direkt.

Nochmals Danke für Deine Lösungsvorschläge. So hat das Synology-Forum nun mein Netzwerkproblem gelöst. :)
 
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Bissken wat gelernt, Problem behoben, so kann das laufen. Wenn Du schon direkt einen 16-Fach-Switch bestellst (dachte es hängt alles am Router, die haben doch normalerweise nur 4 Ports?), wundert mich das jetzt ein bisschen, aber ok - besser zuviel als zuwenig ?

Ganz grundlegend - um einfach spätere Probleme direkt zu vermeiden - der Hinweis von @plang.pl hat eigentlich sogar noch eine speziellen Hintergrund... Es gibt im Netzwerk Geräte, welchen spezielle Aufgaben im Netzwerk zugeschrieben werden. Die Clients z.B. bedienen sich überall, die Server stellen Dienste für die Clients bereit und ein Router ist ein Gerät zwecks Netzübergang (in Deinem Fall zwischen dem privaten LAN und dem öffentlichen WAN). Nun ist es natürlich - wie bei Synology auch - dass die Hersteller immer mehr und mehr Zeugs in die Geräte stopfen. So finden sich in einem 0815-SOHO-Router heutzutage:

- Modem (kennt man noch von früher, da gab es die Dinger einzeln)
- Router
- WLAN-Accesspoint
- Switch
- teils noch anderweitige Funktionalitäten wie USB-Anschlüsse für irgendwas
- sonstige Software-Geschichten (VPN (Fritzbox), Mailfilter (Speedport), usw.)

Mal ganz trocken gesprochen: Man kann sich manche Probleme schon allein damit vom Hals halten, dass man sie einfach ein bisschen rudimentärer (entsprechend ihres "eigentlichen" Einsatzzweckes) einsetzt. Da der Router quasi den Netzübergang abbildet, stellt sich die Frage, was die Pakete bei dem Ding sollen, wenn Du rein "intern" vom Computer auf das NAS zugreifen möchtest.

Kurz zu mir: Ich mit dem Thema Computer/Netzwerk beruflich etwas mehr verbandelt und bei mir ist der Router der Router, der Switch der Switch und das "NAS" (Network Attached "Storage") ist einfach nur ein "NAS" (gemäß Definition: ein reiner "Dateispeicher" (also nix mit groß irgendwelchen Apps drauf)). Meine Fotoverwaltung? Jou, hab zwar nicht soviele, aber da gibt es Ordner mit Jahreszahlen, benannten Ereignissen und Zahlenfolgen bei den Foto-Dateien. Ist zwar alles nicht so hübsch, aber ich fang halt nicht direkt an zu weinen, wenn die Datenbank mal kaputt ist (sowas hab ich nämlich garnicht) und auch steh ich nicht vor einem riesigen Problem, wenn ich die Software zur Fotoverwaltung mal wechseln möchte. Also alles schön nach dem KISS-Prinzip. Reicht wenn ich mir selbst genug Probleme machen, dafür müssen andere dann nicht noch zusätzlich sorgen... ?
 
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Danke für den ganzen Input.

Kurz zum Switch. Ich habe bisher den Router mit 4 Ports und einen 5fach-Switch. Sowohl Switch als auch Router sind voll belegt und 1-2 Geräte welche ich lieber über LAN verbinden würde sind über WLAN eingebunden.
Da werden im 16-Fach-Switch dennoch ein paar Ports leer bleiben. Irgendwie kommen erfahrungsgemäß immer weitere Geräte dazu. Somit schadet ein bisschen Reserve nicht.

Ich werde versuchen zukünftig das KISS-Prinzip zu berücksichtigen.

Nochmals Danke für die kompetente Hilfe.
 
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